aktualisiert
am 05. Jan. 2019






Geschichte

Maßnahmen zur Brandverhütung und Brandbekämpfung sind so alt wie das Feuer in der Hand des Menschen. Die erste urkundliche Erwähnung für Heudorf gibt es im Jahr 1606, als der Magistrat der Stadt Mengen, zu der Heudorf damals gehörte, die Anschaffung von Feuerkübeln für Neubürger zur Pflicht machte. Dazu kamen nach und nach eine Reihe Erlasse, wie z.B. 1716 das Verbot, in Ställen und Scheuern zu rauchen. 1754 kam zur Aufforderung, Kamine zu bauen, der Beschluss einen Kaminfeger zu bestellen. Zur Bekämpfung des Feuers wurden Feuerrotten aufgestellt und Feuerreiter mussten im Brandfall möglichst schnell in der Nachbarschaft Hilfe anfordern.

1827 gab es in Heudorf, mittlerweile eine selbstständige Gemeinde im Königreich Württemberg, zwei Feuerrotten mit je sechs Mann, sowie sechs Feuerreiter.

1860 wurden die Rotten umorganisiert. Es gab nun eine Rotte zur Feuerspritze mit 13 Mann, eine Rotte aus acht Mann für Hilfeleistung bei auswärtigen Bränden und eine dritte Rotte mit sieben Mann, die im Ort bleiben musste. Dazu gab es vier Feuerreiter, die im Brandfall nach Blochingen, Scheer, Wilflingen und Saulgau reiten mussten, um Hilfe zu holen.

1877 wurde beim Fabrikanten Graf in Mengen eine neue Fahrfeuerspritze bestellt, da die alte schadhaft war. In diesem Jahr kam es zur Bildung eines Brandhilfsverbandes aus den Gemeinden Mengen, Scheer, Ennetach, Blochingen, Heudorf und Sigmaringendorf.

Die 1450 Mark teure Spritze wurde im Jahr 1879 geliefert. 1880 wurden dazu sechs Jacken für je 20 Mark angeschafft.

Im Jahr 1886 wurde die freiwillige in eine Pflichtfeuerwehr umgewandelt. Zu dieser Zeit bestanden die Gerätschaften der Feuerwehr Heudorf aus einer vierrädrigen zweistrahligen Saugspritze, die 260 Liter Wasser pro Minute 30 Meter weit lieferte, einer Kruckenspritze, 83 Meter Druckschlauch, zwei Anstellleitern 8,1 und 5,5 Meter lang, vier Dachleitern, zwei Feuerhaken, zwei Butten, 13 Feuereimern, vier Schlauchhaltern und vier Schlauchbinden.

Da die Wasserversorgung durch die Stauvorrichtung des Baches und die 19 Brunnen aber nicht ausreichte, wurden zwei weitere Stauvorrichtungen gebaut.

Die Pflichtfeuerwehr bestand nun aus einem dreiköpfigen Stab und fünf Zügen mit insgesamt 56 Mann.

Im Jahr 1900 nahmen die Heudorfer Feuerwehrleute an der Fahnenweihe der Feuerwehr Mengen teil.

1929 wurden beim Bau der Wasserleitung Hydranten eingebaut.

1936 wird die Pflichtfeuerwehr in eine freiwillige Feuerwehr umgewandelt. Kommandant war bis 1949 Karl Reutter.

Ab dem Jahresbeginn 1945 übernahmen auch Frauen den Feuerwehrdienst.

Von 1949 bis 1957 war Wunibald Kessel Feuerwehrkommandant in Heudorf. Danach übernahm Josef Figilister dieses Amt bis zum Jahre 1974. Er beklagte im Jahr 1971 den schlechten Ausrüstungsstand der Feuerwehr und erreichte, dass ein Anhänger mit einer Motorspritze angeschafft wurde, welche bis 1993 im Einsatz war.

1974 wurde die Heudorfer Feuerwehr als Abteilung in die Feuerwehr Scheer eingegliedert. Zum Kommandanten wurde Rudolf Rumpel gewählt. Als im Jahr 1977 das Lehrerhaus, in dem auch die Feuerwehrgeräte untergebracht waren, verkauft wurde, wurde der Bau eines modernen Gerätehauses notwendig. Während dieser Zeit waren die Feuerwehrgeräte in der Garage bei der Schule eingestellt.

1981 konnte das neue Feuerwehrgerätehaus eingewiehen werden. Darin sind eine Fahrzeughalle mit Spinden für die Einsatzkleidung , eine Schlauchtrocknung, ein Abstellraum, ein Unterrichtsraum und sanitäre Anlagen untergebracht. Die Feuerwehrmänner erbrachten bei der Erstellung erhebliche Eigenleistungen, so dass sich die Baukosten in einem erträglichen Rahmen hielten. Die 16 Mann starke Wehr war nun mit dem TS 8 (Tragkraftspritzenanhänger) und einer Feuerwehrleiter AL 18 ausgerüstet. Für die Feuerwehrmänner wurden Wetterschutzanzüge angeschafft.

1983 wurde die im Kloster Habsthal hergestellte Fahne während des Heimatfestes feierlich geweiht.

1992 bauten die Feuerwehrleute einen Schlauchwagen, der nach einem Umbau im Jahre 2008 heute noch im Einsatz ist.

1993 wurde von der Feuerwehr Ötlingen (Kirchheim/Teck) für 4000 DM das LF 8 gekauft, das heute als unser Oldtimer von den Feuerwehrkameraden gehegt wird. Im gleichen Jahr wurde die Jugendfeuerwehr gegründet.

Im Jahr 1994 wurden für die Abt. Heudorf vier Atemschutzgeräte angeschafft.

Im Jahr 2000 erhält die FFW Heudorf eine neue TS 8/8 von Rosenbauer.

2005 gab es einen Kommandowechsel. Da Rudolf Rumpel nach mehr als 30 Jahren als Abteilungskommandant nicht mehr zur Verfügung stand, wurde Alexander Engenhart in dieses verantwortungsvolle Amt gewählt. Als sein Stellvertreter wurde Andreas Zerenner für den ebenfalls ausscheidenden Stv. Abteilungskommandanten Werner Zimmerer gewählt. Im selben Jahr wurde ein Löschwassertank in der Ortmitte von Heudorf installiert, der die Löschwasserversorgung sicherstellen soll.

2007 war die FFW Heudorf beim Großbrand im Shredderwerk Herbertingen über zwei Tage im Einsatz zur Aufrechterhaltung der Wasserversorgung.

Am 7. August 2008 wurde das neue TSF-W mit der Kennung "Florian Scheer 2/48" gebaut von der Firma Iveco Brandschutztechnik in Görlitz in Dienst gestellt. Das 43 Jahre alte LF 8 wurde vom Einsatzdienst abgemeldet.

Ab 2009 nehmen die Feuerwehrleute aus Heudorf an den jährlichen Wald- und Flächenbrandübungen auf dem Truppenübungsplatz Heuberg teil.

In 2010 wurde die Handy-Alarmierung auch in Heudorf eingeführt. Auf diese Art ist jeder Feuerwehrmann -  unabhängig von seinem aktuellen Aufenthaltsort - für den Alarm erreichbar. Die Sirene auf dem Dach des Rathauses, die bei manchen Wetterlagen nicht im ganzen Ort hörbar ist, ruft nur noch bei Vollalarm zusätzlich zum Handy zum Einsatz.

 

Quelle Walter Bleicher, Chronik der Gemeinde Heudorf, 1994; Rapportbücher der FFW Heudorf 1936 bis 1959;

 
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